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Artist Statement:
In großformatigen Bildern verbindet der Maler Malte Hagen (geb. 1967, lebt in Berlin) alltägliche Objekte, Figuren und Räume zu ambivalenten Szenarien, die sonderbar anziehen aber auch abstoßen. Mit Lichteffekten, weißlichen Oberflächen, und Kontrasten von Grellheit und Dämpfung rückt er das Abgebildete in eine mythische Ferne. Trotz Anspielungen auf Mythologie und Kunstgeschichte sind Hagens Bilder aber relevant im Heute. Sperrmüll und Plastikplunder sind goldenen Helmen und klassischen Posen ebenbürtig. Der Künstler „pendelt zwischen Süße und Sülze” (Christoph Tannert). Was auf den ersten Blick ironisch anmuten könnte, bleibt stets suggestiv und mehrdeutig. Ambivalenz als Methode.
Ambivalenz als Methode: Die Präsenz des Fehlenden
Text: Nicola E. Petek
Die Lücke ist wie ein kleiner Bruch im System. Sie ist ein winziger Unfall im Perfekten und ein sichtbarer Hinweis darauf, dass etwas Spuren hinterlassen hat: eine Miniatur-Katastrophe, beiläufig und doch bedeutsam. Genau diese Ambivalenz findet sich, wörtlich wie metaphorisch, in Malte Hagen’ Arbeiten. Seine Bilder wirken auf den ersten Blick klar und freundlich, als ließen sie sich ohne Widerstand erfahren. Sie treten mit höflicher Ruhe auf, als wollten sie die Betrachtenden zunächst nicht irritieren. Doch bei längerem Hinsehen stellt sich eine feine Verstimmung ein, eine leichte Verschiebung im Gleichgewicht, die sich nicht sofort fassen lässt. (...)
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„Wir glauben nix, aber wir sind katholisch“
Text: Christoph Tannert
Man fragt sich angesichts der aktuellen Bilder von Malte Hagen jedes Mal aufs Neue: Wie
kann eine aus dem Geist des Müßiggangs langsam ausflockende Malerei milchiger Tonalität solch eine Wirkung entfalten?
Uns beschäftigen jene Bilder, die zwischen 2013 und 2014 entstandenen und unter dem
Serien-Titel „In Retreat“ zusammengefasst werden. Der Künstler ist in dieser Schaffensperiode augenscheinlich dabei, sich zurückzuziehen – aus der Druckkammer der kanonisierten Gegenwartskunst, ohne aufzuhören, die eigene Gegenwart kritisch zu durchdringen; aus einer Debattenkultur, die keine echte Aktualität hat, weil sie sich im Wesentlichen aus Erfahrungen speist, die bereits vor Jahrzehnten in unsere Köpfe gedrungen waren; aus dem Phrasenstaub des Kunstmarktes, der die ästhetische Hackordnung lediglich vergoldet, aber die Kunst nicht stimuliert. (...)
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EXTÉRIEUR - Malte Hagen
Text: Ann-Christin Bertrand
Ein altmodischer Sonnenstuhl mit Blumendekor. Zusammengerollte Teppiche; Holzplatten unterschiedlichster Art und Beschaffenheit, verschiedene Stoffe, ein Tablett aus vergangenen Zeiten; daneben ein Sofa, eine abgenutzte Matratze: Die Bilder Malte Hagen Olbertz erzählen Geschichten; Geschichten gelebter Leben und hinterlassener Schätze, von Vergänglichkeit und Verlassenheit;
denn es sind Sperrguthaufen, die dem Künstler als fotografische Vorlagen für die meist großformatigen Gemälde seiner Serie „Extérieur” dienen. Sie liefern ihm vielfältigste Kombinationen von Gegenständen, Formen, Farben, Oberflächen, Dekors oder Stimmungslagen, welche sich hier- musikalischen Kompositionen gleich - zu klangvollen, ephemeren Installationen an urbanen „Nicht-Orten” zusammenfinden. (...)
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„Face The Berlin Art Scene”
Dale Grant, 212 Berliner Künstler*innen
kerber Verlag
Herausgegeben von:
Larissa Kikol, Benjamin Wolbergs
Sprache: Englisch
ISBN978-3-7356-1017-1
Malte Hagen, „Subtle Masterworks”
Erscheint: April 2026
Autoren: Nicola E. Petek, Christoph Tannert
Gestaltung: Malte Hagen
148 Seiten, 120 Abbildungen
Sprache(n): Deutsch, Englisch
DCV Verlag
ISBN 978-3-96912-272-3
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